5 März, 2026 Keine Kommentare

Erläuterung der schönsten Namen Gottes (Asma’ ul-Husna) – Al-Wahhab

Dieser Name leitet sich von der Wurzel „wahaba“ ab. Wahaba bedeutet sprachlich, etwas unter der Bedingung zu geben, dass der Geber hinsichtlich seiner Gabe keinerlei Erwartung an den Empfänger hat.[1]

 

Normalerweise haben Menschen die Erwartung einer Gegenleistung für alles, was sie anderen geben, auch wenn ihre Erwartung nicht materiell ist, so wie sie anderen mit dem Ziel geben, Gottes Wohlgefallen zu erlangen, wie zum Beispiel der Koran über dieses Thema spricht: „Wir speisen euch nur um Allahs Angesicht willen. Wir wollen von euch weder Belohnung noch Dank.“[2]

 

Obwohl dieser Vers von den höchsten Stufen des Aufstiegs der Moral der menschlichen Dienerschaft spricht und deutlich erklärt, dass die Ahlul Bayt des Propheten (as) nichts von den Geschöpfen Gottes für ihre eigene Gabe verlangen, sondern mit dieser Tat und Gabe für die Diener Gottes nach der Erlangung von Gottes Wohlgefallen streben und dies an sich ist ein Ziel und eine Absicht,  welche zur Vervollkommnung eines Menschen führt.

 

Daher kann man sagen, dass die Gaben, die Geschöpfe einander geben, egal wie aufrichtig sie sind, keine Beispiele für aufrichtige Gaben im Sinne von (wahaba) sind.

 

Daher ist die Bedeutung des Namens Wahhab speziell für den erhabenen Gott und wir müssen seine Bedeutung im Fall des erhabenen Gottes so verstehen, dass er der Einzige ist, der aufgrund seiner inhärenten Bedürfnislosigkeit für keine seiner segensreichen Gaben, die er seinen Geschöpfen schenkt, irgendetwas erwartet. Aber weil seine Art zu sein ein Geben ohne Ziel und Absicht erfordert, gibt er seinen Dienern. Nicht, dass er einen Segen gibt, damit die Geschöpfe ihn anbeten oder ihm danken.

 

Wobei die Anbetung und Danksagung an den erhabenen Gott eine Tat ist, die sich im Menschen niederschlägt und zu seinem Glück und seiner Vervollkommnung führt, und nicht dazu, dass er dem erhabenen Gott etwas hinzufügt.

 

Im edlen Koran stoßen wir auf Verse, die über diesen gesegneten göttlichen Namen sprechen und uns an Beispiele seiner Gaben für seine Diener erinnern.

 

Beispielsweise weist der Koran auf das Bittgebet von Hadhrat Zakaria hin, der Gott um eine Gabe bat; Gott erhörte sein Gebet und schenkte ihm Hadhrat Yahya: Da rief Zakariyya seinen Herrn an und sagte: „Mein Herr, schenke mir von Dir aus gute Nachkommenschaft! Du bist ja der Gebetserhörer.“[3]

 

Auch im Koran geht es bei den Ereignissen rund um Maryams Schwangerschaft um die Gabe Isas (as) durch Gott an Maryam, und es heißt: ‚Er sagte: „Ich bin nur der Gesandte deines Herrn, um dir einen lauteren Jungen zu schenken.““[4]

 

Das Bemerkenswerte an all diesen Sätzen ist, dass der erhabene Gott die Gewährung dieser höchsten Segnungen (d. h. göttlicher Propheten) als Geschenk (Gabe im Sinne von wahaba) darstellt. Ein Segen, der den Dienern nur durch Gottes Barmherzigkeit und Gnade gegeben wurde, und wenn die Menschen diese Segnungen nicht wertschätzen, wie manche es tatsächlich nicht tun, erfahren die Handlungen des erhabenen Gottes keinen Schaden, vielmehr sind es diese Menschen, die sich der Früchte der Konsequenzen dieser göttlichen Gaben und Segnungen berauben.

 

Aber der Anteil, den wir an diesem gesegneten Namen haben können, wie in Vers 9 der Sure Al-Insan erwähnt, besteht darin, zu versuchen, wenn wir jemandem eine gute Tat tun, so weit wir können, uns der Erwartungen zu entleeren, die normalerweise in unserem Kopf und Herzen sind und diese Tat nur zur Erlangung des Wohlgefallens des erhabenen Gottes zu verrichten.

 

So sehr wir uns auf diesem Gebiet verbessern können und angesichts der guten Taten, die wir verrichten, weniger erwartungsvoll sind, werden wir in der Tat dem hohen Niveau näher kommen, das durch das Erscheinen dieses gesegneten Namens in der menschlichen Existenz möglich ist und welches die Nahestehenden Gottes erreicht haben.

 

  1. Ar-Rāġib al-Iṣfahānī, Abū l-Qāsim al-Ḥusayn b. Muḥammad: al-Mufradāt fī ġarīb al-Qurʾān. Hrsg. S.884.
  2. Vers 9 der Surah Al-Insan
  3. Vers 38 der Surah Al-Imran
  4. Vers 19 der Surah Maryam

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