2 April, 2026 Keine Kommentare

Die Wirkung von Hoffnung auf das Leben

„Hoffnung“ ist ein seelischer und geistiger Zustand, der den Menschen dazu motiviert, zu arbeiten und sich anzustrengen. Natürlich ist die Motivation des Menschen für Taten aus freiem Willen die Hoffnung auf Nutzen oder die Angst vor Verlust. Tatsächlich sind Sorge und Hoffnung die beiden ausführende Kräfte für die Bewegung jedes Menschen und die direkte Ursache für menschliche Bemühungen und Verhaltensweisen.

 

Das Wissen um den Ursprung und die Auferstehung ist die Quelle der menschlichen Hoffnung. Die Hoffnung ist auch die Grundlage aller nützlichen und fruchtbaren menschlichen Bemühungen, die Quelle der Reform der Gesellschaft und des Erreichens des ewigen Glücks. Im Gegensatz dazu ist die Hoffnungslosigkeit und im schlimmsten Fall die Abtrennung der Hoffnung auf Gott und die Hoffnungslosigkeit auf den Tag der Auferstehung die Quelle von Verderben und Verbrechen und verursacht menschliches Elend.

 

Sobald ein Mensch Hoffnung auf eine glänzende Zukunft hat, gibt ihm das ein gutes Gefühl und einen glücklichen Zustand, macht ihn fröhlich und motiviert ihn zu arbeiten und sich anzustrengen, bringt ihn dazu, die richtigen Aktivitäten im Leben auszuführen.

 

Die islamische Kultur schenkt der Hoffnung große Aufmerksamkeit. Der Koran hat vielmals Hoffnung genutzt, um Menschen zu angemessenen Taten anzuspornen.

 

Gott gibt den Menschen Hoffnung hinsichtlich der Begegnung mit ihm. Im Koran heißt es: „Wer die Begegnung mit Allah erwartet-, so wird Allahs Frist sicher kommen. Und Er ist der Allhörende und Allwissende.“ [1]

 

Die Gläubigen hoffen auf die göttliche Begegnung, sie wissen, dass Gottes Versprechen wahr ist und sie nach dem Tod und Leben wieder vor Gott stehen werden, und diese Hoffnung motiviert die Gläubigen zu guten Taten.

 

Im Koran lesen wir: „…Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm) niemanden beigesellen.“[2]

 

Die Hoffnung auf Gottes Zufriedenheit und seine Belohnungen führt zu guten, angemessenen Taten und einer aufrichtigen Anbetung Gottes. Aufrichtigkeit und göttliche Motivation im menschlichen Handeln führen dazu, dass sein Handeln die Farbe rechtschaffenen Handelns annimmt.

 

Und es ist natürlich, dass eine Person, die keine angemessenen Taten vollbringt, nicht auf Gottes Barmherzigkeit und Vergebung hoffen sollte. Eine solche Hoffnung ist unbegründet und hat keinen ernsthaften Nutzen für den Menschen.

 

Hazrat Ali (as) sagt: „Sei nicht einer von denen, die auf das Jenseits hoffen, ohne angemessene Taten zu vollbringen, und die Reue mit langen Wünschen hinauszögern.“[3]

 

Jemand sagte zu Imam Sadiq (as): „Einige deiner Anhänger haben Sünden begangen, sie sagen: Wir haben Hoffnung [auf Gottes Gnade und Vergebung].“ Der Imam sagte: „Sie lügen, sie sind nicht unsere Anhänger, sie sind eine Gruppe, die von [unbegründeten] Wünschen überwältigt wurde.“ Jeder, der auf etwas hofft, arbeitet dafür, und jeder, der Angst vor etwas hat, läuft davor davon.“ [4]

 

Beachten Sie, dass Schuldgefühle einer der Faktoren für Depressionen und Müdigkeit der Seele des Menschen sind, die zu Frustration in seinem Leben führen.

 

Der Schuldige fühlt sich leer und verliert die Motivation, weiterzuleben, was zur Ursache von Hoffnungslosigkeit in ihm wird. Bei einem Menschen, der sich eine vage und dunkle Zukunft ausgemalt hat und seine Situation für ungewiss hält oder auf die göttliche Strafe nach dem Tod wartet, ist es ganz natürlich, dass ihn Verzweiflung überkommt und er unter psychischem Druck und Ängsten leidet. Aber wenn er weiß, dass ihm Gottes Vergebung zuteil wird, entsteht Hoffnung in ihm, er wird alle Anstrengungen unternehmen, um keine Sünde zu begehen, und im Falle von Nachlässigkeit, wenn er göttlichen Ungehorsam begeht, wird er nicht hoffnungslos.

 

  1. Vers 5 der Surah 29 (Ankabut) 
  2. Vers 110 der Surah 18 (Kahf) 
  3. as-Sarīf ar-Radī: Nahǧ al-Balāġa, Weisheit 150 
  4. al-Kulaynī, Abū Ǧaʿfar Muḥammad ibn Yaʿqūb: al-Kāfī, Bd. 2, S. 68. 

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